Tia Lindner

Tia Lindner, Burg

  • Schülerin

Eine freundliche Prinzessin aus dem Spreewald

Diesen Vornamen tragen nur sehr wenige Mädchen. Tia ist es aber gewohnt, Auskünfte nach der Namensbedeutung zu geben: „Ich bin eine Prinzessin. So jedenfalls die griechische Bedeutung von Lutricia, der Langform von Tia. Er könnte auch von der anderen Langform Lueticia abstammen, „der Freundlichen“. Tia ist’s  egal: „Dann bin ich eben eine freundliche Prinzessin!“ Damit beschreibt sie bedeutungsreich auch gleich ihr Wesen, denn die Sechzehnjährige  ist durchaus etwas Besonderes und hebt sich somit von ihrer Altersgruppe etwas ab. Dennoch schwebt sie nicht in anderen Sphären, sie hat viele Freundschaften, betreibt aktiv Sport und ist in vielen Arbeitsgemeinschaften vertreten. Was sie von den Teenies ihrer Altersgruppe aber wohl eher unterscheidet, sind ihr Fleiß, ihre Vielseitigkeit und ihr gelebtes Bekenntnis zu ihrer Herkunft. Eltern, Groß- und Urgroßeltern stammen größtenteils aus der sorbisch-wendischen Lausitz und lebten ihren Kindern Sprache, Tradition und Kultur vor. So ist es auch nur folgerichtig, dass Tia von der 1. Klasse an den Sorbisch-/Wendischunterricht besuchte und auch bei festlichen Anlässen die farbenfrohe Burger Tracht trägt. Unterstützung bekam und bekommt sie von Großmutter Ingrid, die mit ihr die Sorbisch-/Wendischen-Hausaufgaben übte und auch stets auf das korrekte Ankleiden der wendischen Tracht achtete.
Einen Dämpfer bekam die stolze jugendliche Trachtenträgerin ganz unerwartet in einem Geschäft. Da wollte ein hinter ihr Stehender von einem noch weiter hinten Stehenden wissen, wer denn die „ältere Dame“ mit den Dutt und dem Samtband im Haar sei. Aber schon Tage später bekam sie wieder ein aufbauendes Lob, diesmal vom ehemaligen Sorbisch-/Wendischlehrer: „Du bist die einzige in der ganzen Mädchengruppe, die das Haar korrekt und mit einem schwarzen Samtband trägt!“ Tia trägt die Regionaltracht voller Stolz und auch gern. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Lydia steht sie schon mal an Ausflugstagen an der heimischen Schleuse in dieser Tracht. Beide helfen dann den Touristen in ihren Booten, die Schleuse zu passieren, diese brauchen dann nicht mehr auszusteigen. Mit einer sorbisch/wendisch gesprochenen Begrüßung und in ihren schönen Trachten dienen sie dann auch noch gern als Fotomotiv und dann verdienen sie sich manchmal damit ein durchaus beachtliches Taschengeld. Sie unterscheiden sich damit von den anderen Schleusenhelfern und -helferinnen, die weniger ideenreich sind. Aber Tia weiß auch sehr genau, dass dies ein gewisses Zugeständnis an touristische Erwartungen ist. „Die Festtagstracht ist etwas besonderes, sie ist kein Kostüm und sollte auch nur zu bestimmten hohen Anlässen getragen werden“, ist ihre Auffassung. Die Arbeitstracht, die alltägliche Tracht der Frauen im Burger Raum, wird heute sehr selten getragen. Auch Tia trägt sie nicht, wenn sie ihren Eltern auf dem großen Grundstück an der Spree zur Hand geht. Beide Eltern sind im Bauwesen beschäftigt und betreiben nebenbei noch eine kleine Landwirtschaft. Da sieht man dann die ganze Familie schon mal in ganz normaler Arbeitskleidung in den Kartoffeln, ein Bild, wie man es überall in Deutschland zu sehen bekommt. 
Trotz aller Belastungen: Die Schule geht immer vor, Tia ist eine der besten Schülerinnen und sicher die allerbeste im Fach Sorbisch/Wendisch, weit über die Schule hinaus. Bei einer Sorbischolympiade belegte sie am Cottbuser Sprachzentrum Witaj einen beachtlichen ersten Platz, mit 20 Punkten Vorsprung vor der Zweitplatzierten! Ihr zuerst verfolgtes Berufsziel ist dennoch nicht ein Beruf, der mit dieser Sprache zu tun hat. Sie strebt einen Chemikerberuf an und wird dann bestimmt noch ein Studium aufnehmen, denn sie liebt die Herausforderung. Mit Herz und Seele ist sie auch in einer schulischen Arbeitsgemeinschaft, die sich mit der GPS-Technik befasst und satellitengestützte Navigationsrouten für Paddler erstellt, aktiv. Diese Gruppe arbeitet mit einer polnischen Gruppe zusammen und hier helfen Tia wieder ihre Kenntnis einer slawischen Sprache bei der Verständigung untereinander.

 

 

Ostersuppe

Da man früher zu Ostern viele Ostersemmeln bekam, aber diese nicht immer sofort aufessen konnte, wurden diese hart. Man kochte dann Milch auf, mit ein bisschen Zucker und zerbröckelte die Semmel in Stücke und gab sie zur Milch hinzu.
Wenn die Stückchen weich sind, ist die Suppe fertig.
Je nach Geschmack kann man auch geriebenen Apfel hinzu geben. Man kann statt Ostersemmel auch normale Brötchen verwenden.

Omi‘s Tipp: Damit Milch nicht anbrennt, gibt man etwas Zucker hinzu.
Allerding darf die Milch nicht umgerührt werden, damit der Zucker sich am Boden absetzen kann.

Omis Kräbbelchen

500 g Mehl

in eine Schüssel geben und

1 Pck. Backpulver

 

100 g Zucker

 

½ Fl. Zitronenaroma

 

125 g Butter

 

½ Fl. Rumaroma

und

3 Eier

zugeben und zu einem glatten Teig verrühren. In einem Topf

400 g Schmalz

erhitzen.

 

Anschließend den Teig mit einem Esslöffel abstechen und im heißen Fett ausbacken. Die Kräbbelchen sind fertig, wenn sie goldgelb gebacken sind.
Anschließend die Kräbbelchen zum Abtropfen in ein Küchensieb oder auf Küchenpapier legen. Die Kräbbelchen werden noch warm im Zucker gewälzt. Dazu schmeckt eine Tasse Bohnenkaffee.

 

Peter Becker, Jan. 2011

 

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