Lothar Schnell

Lothar Schnell, Lübben

Jahrgang 1959

  • Texter, Komponist
  • "Spreewaldduo Lothar & Klaus"

„Die Thüringer haben ihren Herbert Roth mit dem Rennsteiglied – was aber haben wir Spreewälder?“ Der Lübbener Komponist und Texter Lothar Schnell will, dass der Spreewald mit Thüringen musikalisch endlich gleich ziehen sollte: „Wir haben doch auch schöne Lieder!“ Auf zahlreichen Volksfesten werden seine Lieder gesungen,
Trachtengruppen tanzen danach, die Mädchen und Jungen der Lübbener Kindertagesstätte „Spreewald“ singen und tanzen sie bei ihren Auftritten. Für sie schrieb er 1998 „Wir sind Kinder aus dem Spreewaldland“.Der wendischen Sagen-Göttin Liuba hat Schnell anlässlich der 850-Jahrfeier Lübbens ein Lied gewidmet („Du sollst uns lenken, an dich woll’n wir denken“)
Sein musikalisches Talent hat der 1959 Geborene wohl von seinem Vater, einem Ofenbaumeister, der es aber nur rein hobbymäßig pflegte. Mit ihm gemeinsam schrieb er siebzehnjährig sein erstes Lied: „Komm mal in den Spreewald“.
Lothar erlernte zunächst einen ganz unmusikalischen Beruf, er wurde Elektromonteur. Er besuchte aber schon ab der 2. Schulklasse die Musikschule, lernte Geigespielen, später kam noch das Akkordeon hinzu. Bei Willi Städter, dem Vater seines späteren Partners Klaus, lernte er auch noch Saxophon. Mit seiner ersten elektronischen Orgel, heute sagt man Keyboard dazu, trat er schon bald als Alleinunterhalter auf. Mit der Kapelle „Partyband Ramona“ zog er später umher und spielte überall zum Tanz auf. Nach der Wende tourte er mit seinem Partner Klaus Städter als „Spreewald-Duo Lothar und Klaus“ durch die spreewälder Heimat.
In der Region wurde man bald auf die beiden aufmerksam, denn die sich oft wieder oder neu gründenden Traditionsvereine und Trachtengruppen waren auf der Suche nach geeigneter Musik. Seit dieser Zeit entstanden über 60 Lieder, die Ehefrauen Marlies Schnell und Vera Städter waren dabei manchmal die „Stichwortgeber“, wenn den Männern nichts mehr einfallen wollte und der versprochene Termin immer näher rückte. Auch zahlreiche Heimatlieder entstanden, so für Peitz, Lübben, Alt- und Neu Zauche, Raddusch und Finsterwalde. Für die dortigen „Jungen Finsterwalder Sänger“ entstand „Finsterwalder Sänger“. Seine Lieblingskomposition ist aber das Lied von der Spreewaldgurke, in dem es heißt: „Ich brauche keinen Kaffee und auch kein Aspirin, ein Glas mit sauren Gurken war meine Medizin.“ Wie alle echten Spreewälder liebt er dieses Gemüse, dem es endlich mal galt, auch ein Lied zu widmen.

Der nun freiberuflich Tätige hat immer wieder neue Ideen und Projekte. Mit der Leiper Mundart-Plauderin und Geschichtenerzählerin Marlene Jedro erarbeitet er gerade die Lieder zu ihren Kindergeschichten mit dem „Marienkäfer Max“, er hauchte ihm musikalisch Leben ein.
„Die Winterzeit wird mir nie zu lang, ich kann in Ruhe neue Arrangements vorbereiten. Und vielleicht kommt mir dann auch noch die zündende Idee für das(!) Spreewaldlied; ich will der Herbert Roth des Spreewaldes werden“, gibt er schmunzelnd preis, meint es aber durchaus auch ernst. Über seinem Komponistenpult hängt passend dazu sein Lieblingsspruch: „Andere werden dir deine Träume nicht erfüllen!“
An die beiden inzwischen erwachsenen Söhne hat er sein Talent teilweise vererben können, denn sein Jüngster spielt schon ganz „passabel“ Klavier. Und wer weiß: Vielleicht komponiert er mit seinem Sohn, wie einst sein Vater mit ihm, eben genau dieses  Spreewaldlied, auf das alle warten? „Aber es erfüllt mich schon jetzt durchaus mit Freude, wenn ich bei den vielen Spreewaldfesten meine Musik, die andere spielen, höre oder wenn danach getanzt wird. Einen kleinen Beitrag zur ‚Musikalität’ des Spreewaldes konnte ich schon leisten, ich habe aber auch noch viel vor!“

Peter Becker, Jan. 2009

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